New Orleans

Voodoo Shop in der Bourbon Street (Foto: Spartacus Traveler)
Zubereitung von Banana Foster im Restaurant Brennan's (Foto: Spartacus Traveler)
Stadthaus im French Quarter (Foto: Spartacus Traveler)
Südstaatenarchitektur in der Bourbon Street (Foto: Spartacus Traveler)
St. Louis Kathedrale (Foto: Spartacus Traveler)
Grabmonument auf einem der zahlreichen Friedhöfe (Foto: Spartacus Traveler)
Voodoo Shop in der Bourbon Street (Foto: Spartacus Traveler)
Neonschild auf der Bourbon Street (Foto: Spartacus Traveler)
Historisches Zeugnis: Straßenschild an der Bourbon Street (Foto: Spartacus Traveler)
Gauckler auf der Bourbon Street (Foto: Spartacus Traveler)
New Orleans ist bekannt für seine vielfältige Barszene (Foto: Spartacus Traveler)
Die größeten Gay Bars der Stadt liegen sich an der Bourbon Street gegenüber (Foto: Spartacus Traveler)
Heiß: schwuler Bourbon Pub auf der Bourbon Street (Foto: Spartacus Traveler)
Tänzer im Oz

Dekadenz – mit diesem einen Wort lässt sich wohl am besten das Lebensgefühl einer Stadt beschreiben, das sich Dank ihrer vor allem durch französischen Einfluss geprägter Geschichte so sehr von anderen amerikanischen Städten unterscheidet. Bei einem Spaziergang durch das French Quarter, dem Herzen des historischen New Orleans, kommen einem ganz unweigerlich all jene Bilder in den Kopf, die sich vor allem durch zahlreiche Filme fest ins Gedächtnis eingeprägt haben. Sei es die merkwürdige Trauerprozession zu Beginn des James-Bond-Films „Leben und sterben lassen“, die sich nach einem Agentenmord in eine lebenslustige Parade verwandelt oder die nächtlichen Streifzüge der beiden Vampire Louis und Lestat in „Interview mit einem Vampir“.

In den Straßen rund um die Bourbon Street (bzw. Rue de Bourbon) finden sich jene prachtvollen Bürgerhäuser, von deren schmiedeeisernen Balkonen üppige Farne hängen, während Pferdekutschen über das Kopfsteinpflaster rollen. Vor der St. Louis Kathedrale am Jackson Square treffen sich Gaukler und Jazzmusiker, welche die Stadt mit einem nie enden wollenden Soundtrack überziehen, der nur noch vom Horn eines auf dem nahen Mississippi liegenden Schaufelraddampfers übertönt wird. Seit ihrer Gründung im Jahr 1718 entwickelte sich New Orleans zu einem Schmelztiegel der Kulturen.

Von Franzosen gegründet, dann von Spaniern regiert und schließlich 1803 vom US-Präsidenten Thomas Jefferson von Napoleon gekauft, mischten sich europäische mit karibischen und afrikanischen Traditionen, stand französischer Katholizismus neben Naturreligionen, lebten Adel, Bürger und Sklaven in einer relativ durchlässigen Gesellschaft – bis die durch den Anschluss an die USA bedingte Rassentrennung dem lockeren Treiben ein Ende setzte. Heute ist New Orleans bekannt als ein Reiseziel, in dem man für ein Wochende alle Hemmungen fallen lassen kann. Die Bourbon Street ist so etwas wie der Ballermann der USA – allerdings wesentlich stimmungsvoller und schwuler. Während die Hauptstraße des French Quarter am Tag wie ausgestorben scheint, verwandelt sie sich am Abend in ein von Neonlichtern in alle Farben des Regenbogens getauchte Amüsiermeile. Zu den Besonderheiten der Stadt gehört neben dem Fehlen einer Sperrstunde, dass man im Gegensatz zu den meisten Städten der USA seine Drinks auch auf offener Straße nehmen kann, die Bars füllen Bier und Cocktails auf Wunsch sogar extra in Plastikbecher („go-cup“) um, damit man auf dem Weg zum nächsten Tresen nicht trocken bleibt.

An der Ecke Bourbon und St. Ann Street liegen mit dem Oz und dem Bourbon Pub die zwei größten Szenebars der Stadt, letztere beherbegt mit dem Parade außerdem einen Club, in man bis in den frühen Morgen tanzen kann. Wer mehr über das schwule New Orleans wissen will, ruft am besten bei Roberts Batson und seiner Bienville Foundation an. Der kundige Stadtführer bietet auf Nachfrage eine Gay Heritage Tour an, die nicht nur den Spuren von Tennessee Williams folgt, sondern auch verrät, was ein schwuler Bürger mit der Verschwörungstheorie um den Mord an John F. Kennedy zu tun hat.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört neben dem French Quarter ein Ausflug in den Garden District. Die prächtigen Südstaatenvillen entlang der St. Charles Avenue lassen sich am besten mit der historischen Straßenbahn erreichen, der Tennessee Williams mit seinem Drama „Endstation Sehnsucht“ ein Denkmal setzte. Zu einer klassischen Stadtrundfahrt gehören zudem der Besuch eines der berühmten Friedhöfe, die mit ihren teils imposanten Hochgräbern kleinen Totenstädten gleichen. Auch der Jahrhunderthurrikan Katrina, der 2005 einen Großteil der Stadt verwüstete, ist immer noch Thema.

Ob von der Taxifahrt vom Flughafen in die Stadt, auf Besichtungstouren oder bei Gesprächen mit Einheimischen: Immer wieder wird erzählt, bis wohin das Wasser stand, wann man die Stadt verließ und wie man wieder zurückkam. Das French Quarter hat Katrina glücklicherweise dabei fast unbeschadet überstanden. In keinem anderen Viertel kehrte das Leben so schnell zurück und heute gibt es in New Orleans mehr Restaurants als je zuvor. Und das ist gut so, denn für Gourmets ist die Stadt eine wahre Offenbarung. Der Mix aus kreolischer, amerikanischer und Cajun-Küche bietet für Europäer teils unbekannte Geschmackserlebnisse. Vom simplen Po’boy, einem belegten Brötchen über das Paella ähnliche Jambalaya bis zu Gumbo – einem Eintopf aus Okra und Meeresfrüchten oder Fleisch. Daneben gehören Schildkrötensuppe mit Sherry, Eggs Sardou (auf Artischockenböden und Spinat angerichtete pochierte Eier) und die im Restaurant Brennan’s erfundenen Bananas Foster (karamelisierte und flambierte Bananen mit Vanilleeis) zu den Spezialitäten der Stadt.

Wer sich durch alle typischen Gerichte hindurchfuttern will, schaut beim täglichen Jazzbrunch im Court of Two Sisters vorbei. Dort sitzt man nicht nur in einem der typischen Innenhöfe, sondern hat eine Auswahl an über 80 typischen Gerichten der Region, darunter auch der sonst während des Mardi Gras aufgetischte King Cake. Während des Karnevals herrscht in der Stadt der Ausnahmezustand und das ganze Jahr über sind die Spuren des Mardi Gras in Form von bunten Plastikperlenketten zu sehen, die sich in Bäumen und an Straßenlaternen verfangen haben.

Mindestens ebenso wild geht es während des schwulen Southern Decadence- Wochenendes Ende August zu. Dann kommen über 100.000 Besucher zum „Gay Mardi Gras” in die Stadt, um im French Quarter zu feiern. Höhepunkt ist auch hier eine Parade, die eben jenes Lebensgefühl einer Stadt zum Ausdruck bringt, in der man gerne einmal über die Stränge schlägt. Dekadent eben.

INFO

www.neworleanscvb.com
Offizielle Homepage des Tourismusamtes mit vielen Tipps und Event-Kalender.

ANREISE

Lufthansa fliegt im Codeshare mit United Airlines täglich über Chicago, New York, Washington oder Houston nach New Orleans. Hin- und Rückflug kosten ab ca. 596 Euro in der Economy Class.
www.lufthansa.com

New Orleans lässt sich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschließen. Ein Highlight ist die Fahrt mit der historischen St. Charles Straßenbahnlinie für 1,25 Dollar, die mitten durch den Garden District führt.
www.norta.com

HOTELS

Bourbon Orleans Hotel (717 Orleans Street) Mitten im French Quarter und nur zwei Minuten zu den bliebtesten Gay Bars der Stadt entfernt, liegt das traditionsreiche Luxushotel, in dessen Innenhof sich ein großer Swimmingpool befindet, www.bourbonorleans.com

Bon Maison Guest House (835 Bourbon Street) Zentral im French Quarter gelegenes, sehr schönes Gästehaus in schwulem Besitz, www.bonmaison.com

La Dauphine (2316 rue Dauphine) Gemütlich und familiär geführtes Gästehaus in schwulem Besitz. Ideal für Pärchen, die die etwas ruhigere Lage etwa zwei Kilometer abseits der Bourbon Street zu schätzen wissen, www.ladauphine.com

Alle Szeneinfos gibt es im SPARTACUS INTERNATIONAL GAY GUIDE und der Spartacus App!

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