Palm Springs

Foto: Marc Cartwright
Foto: acehotel.com
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Foto: acehotel.com
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Wenn man im Foyer die Jungs mit ihren Tattoos und betont nachlässig wirkenden Klamotten sieht, ahnt man gleich: Das Ace Hotel ist alles andere als eine gewöhnliche Absteige. Hier ist alles ein bisschen hipper, ohne trendy, ein bisschen schräger, ohne aufdringlich zu sein. Damit zieht das Hotel genau die kreative Klientel an, die erst für die richtige Atmosphäre sorgt. Ob Webdesigner oder Fotografen, Clubkids oder Filmemacher: hier checken Leute ein, die durch originelle Einrichtungen und Serviceideen überrascht werden wollen, ohne auf den Komfort und die Intimität eines Boutiquehotels zu verzichten, und das zu Tarifen, die man eher in einer Hotelkette der Mittelklasse erwarten würde.

Unmöglich? Nicht für die drei Gründer Alex Calderwood, Wade Weigel und Doug Herrick. Die drei schwulen Männer haben 1999 ein leer stehendes Gebäude der Heilsarmee in Seattle ins Ace Hotel umgewandelt und damit ein Refugium für Kreative und Künstler geschaffen. 2007 expandierten sie nach Portland, vor zwei Jahren kamen Ableger in New York und Palm Springs dazu. Mit Hotels hatten sie alle drei zuvor nicht professionell zu tun, ihre Entscheidungen sind eher vom Instinkt geleitet als von beruflicher Erfahrung. „Wir haben uns gefragt, was uns und unseren Freunden gefallen würde“, sagt Calderwood.

Und der Erfolg gibt ihnen Recht. Die Rockstars der Hotelbranche wollen mehr als nur Zimmer vermieten, sie wollen ein kulturelles Forum schaffen. Jedes ihrer bislang vier Hotels wird von lokalen Künstlern designt, jedes Zimmer ist individuell eingerichtet, viele Möbel sind retro: aus Secondhandläden und vom Flohmarkt. Street-Artists, Fotografen und Maler werden in wechselnden Ausstellungen vorgestellt, es gibt regelmäßige Mottopartys und Clubkonzerte und zur Pride Week in Palm Springs werden schon mal Dragqueens aus San Francisco eingeflogen, deren Humor weit jenseits des Mainstreams angesiedelt ist. Das würde auch Udo Kier gefallen, der sich gerne mal im Ace Palm Springs blicken lässt, wenn ihm in seinem Privathaus die Decke auf den Kopf fällt.

Für Calderwood liegt die Persönlichkeit eines Hotels „in den kleinen Momenten. Die Art von Dingen, die nicht mehr kosten, aber das Erlebnis unvergessen machen.“ Klar, dass sie alle gay-friendly sind. Aber auch alle anderen, Tiere und Kinder ausdrücklich eingeschlossen, sind willkommen. Das Ace Hotel in Portland etwa liegt direkt im schwulen Viertel und bietet einen edlen Vintage-Komfort mit Betten aus antiken Holzbrettern und frei stehenden Badewannen auf Füßen. Man könnte es auch luxuriösen Military- Style nennen. Die größeren Zimmer verfügen über einen Plattenspieler, auf dem sich mit Vinylscheiben aus der hoteleigenen Kollektion die Zimmerparty musikalisch untermalen lässt. Wenn die passende Begleitung fehlt: einfach mal in die Lobby gucken, dem Lieblingshangout hipper Portlander.

In Palm Springs hat 2009 das Ace Hotel and Swim Club eröffnet. Auch der neueste Zugang zur Gruppe ist tierfreundlich, hip und ideal für Leute, die unprätentiös und originell übernachten wollen. Das Gelände wirkt ein bisschen wie ein Sommercamp mit seinen Indianer- und Wildwestmotiven und der hohe Anteil schwuler Gäste genießt den Ausflug in die Kindheit sichtlich. Am Salzwasserpool wird jeden Sonntag mit DJ-Beschallung gefeiert und die Short Bar versorgt die Partymeute schon nachmittags mit Teewodka und Blackberrycocktaileis. Und auch nachts ist was los. Im Amigo Room, der schwarz- und braungetönten Hotelbar, ist montags Bingoabend mit Hostess Linda, und mittwochs zeigen beim Open-Mic-Abend nicht nur Gäste, sondern auch Angestellte und Bewohner, was sie stimmlich draufhaben. Dazu lässt sich vortrefflich ein Kiwi-Caipirinha schlürfen. Jack Baron, der vierte, 2007 eingestiegene und einzige straighte Ace-Mann, beschreibt seine Vision des Ace Hotels Palm Springs als „eine Künstlerenklave, die von einer verrückten Erbin, einer Mariachiband, ein paar tibetischen Mönchen und der gesamten Besetzung von ‚Easy Rider’ übernommen wurde“.

Das trifft es ziemlich genau auf den Punkt. Und wer doch mal seine Ruhe haben will, hängt einfach das „Do not disturb“-Schild an die Tür, das hier so unprätentiös ist wie alles andere. Darauf steht nur: „Not now“.

www.acehotel.com

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